DIY Labs: Naturwissenschaften ja, akademische Steife nein

27 Januar 2015  |  Geschrieben in DIY, Laborforschung   |  Schreiben Sie einen Kommentar »

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wie viel Energie das Kollegium an Ihrem Institut oder Ihrem Labor kollektiv in eigentliche Forschung investieren kann? Lehrtätigkeiten sind nötig und wichtig, natürlich. Aber Geldmitteln hinterher zu jagen, Journalrichtlinien nachzuschlagen, der Uni-Bürokratie gerecht zu werden, Laborverfahren zu befolgen, Kommunikationsaufgaben wahrzunehmen, Reviewanfragen zu entsprechen, die Literatur und relevanten Rankings zu verfolgen und dabei stets die Hierarchien zu beachten kann einem schon einmal das Gefühl verleihen, in einem Hamsterrad zu rennen. Wie viel davon ist eigentlich nötig, oder wichtig? Weniger ist mehr DIY Labors lassen von einer einfacheren Welt träumen. Diese Gemeinschaften, locker unter dem Schirm von DIYbio zusammengefasst, ermöglichen Laien einen Zugang zu Naturwissenschaften, etwa so, wie Buchclubs auch Leuten offenstehen, die keinen akademischen Hintergrund in Literaturwissenschaften haben. Im Vergleich zur formalen Forschungseinrichtung gibt es deutlich weniger Geld, weniger Ausrüstung, dafür weniger Vorschriften. Der […]

Forschung und Ethik: Unkenntnis so problematisch wie Böswilligkeit

21 Januar 2015  |  Geschrieben in Forschungsethik   |  Schreiben Sie einen Kommentar »

Ab und zu schaffen es Fragen der Forschungsethik in die politische Debatte: Sollten experimentelle Wirkstoffe gegen Ebola an Patienten abgegeben werden? Unter welchen Bedingungen darf an Stammzellen geforscht werden? Welche Sicherheitsmaßnahmen sind nötig, um zu Forschungszwecken genmanipulierte Pflanzen auszusäen? Wo Forschung direkt an oder mit Menschen, Tieren oder deren Umfeld arbeitet, stellen sich manchmal grundsätzliche und weitreichende Fragen, auf die die Gesellschaft als Ganzes Antworten finden muss. Als Doktorand begegnet man der Forschungsethik aber häufiger im Zusammenhang mit entsprechenden Abschnitten in Projektanträgen, die verfasst werden müssen, in Erklärungen, die unterzeichnet werden müssen und in scheinbar endlosen Formalitäten. Ethische Stolpersteine lauern im Detail Akademiker am Anfang ihrer Karriere leiten typischerweise keine großangelegten Experimente, die an den Grenzen des Erlaubten kratzen. Viel eher ergeben sich ethische Probleme im Kleinen, in Aspekten, die schnell übersehen werden können. Etwa, wenn vertrauliche Informationen von Probanden […]

Was Sie aus vier typischen Doktorandenproblemen lernen können

16 Januar 2015  |  Geschrieben in Dissertation, Promovieren   |  Schreiben Sie einen Kommentar »

Die tägliche Arbeit während der Dissertation ist nicht nur anspruchsvoller als vorherige Ausbildungsphasen oder Arbeitsstellen, sondern auch anders. Gedankengänge und Arbeitsschritte, die nötig sind um neues Wissen zu schaffen, sind nicht dieselben, die gefordert waren, um existierende Kenntnisse zu absorbieren. Plötzlich muss man Zeit selber einteilen, sich aber auch mit den Gepflogenheiten des Teams, der Fakultät und der Journals vertraut machen. Mehr Eigeninitiative und soziale Kompetenz sind gefragt. Darauf ist das Masterstudium oft keine ausreichende Vorbereitung. Entsprechend kämpfen viele Doktoranden gegen dieselben Windmühlen. Ablenkung Soziale Netzwerke, e-Mail, Fakultätssitzung, Urlaubsplanung, Lehrtätigkeiten, Zeitung lesen, Computertastatur von Krümeln befreien, relevante Konferenzen ausfindig machen, Networking… Die verschiedenen Nebenaufgaben, die zum Doktorat gehören, gesellen sich zu den bekannten Quellen der Ablenkung und die Versuchung wird größer, wenn der Zeitrahmen nicht mehr in Monaten, sondern in Jahren gemessen wird. Um dieses Problem anzugehen, gibt es viele […]

Wer kann helfen, wenn es Doktorvater oder -mutter nicht können?

13 Januar 2015  |  Geschrieben in Dissertation, Verfasser   |  Schreiben Sie einen Kommentar »

Im Optimalfall hat der Betreuer einer Doktorarbeit fachliches Interesse an der Dissertation „seines“ Doktoranden und gibt Input zu Inhalt und Methoden, motiviert aber auch, am Ball zu bleiben und unterstützt bei Networking und Karriereplanung. In der Realität hingegen steht die Arbeitsbelastung des Betreuers meist nicht hinter der des Doktoranden zurück. Es ist schwierig, Termine zu planen und auch der Betreuer kennt nicht auf jedes fachliche Problem die optimale Antwort. Unterschiedliche Positionen auf den Hierarchiestufen können es schwierig machen, sich auf ein gemeinsames Brainstorming einzulassen. Einige Akademiker sind Koryphäen, aber keine Kommunikatoren. Andere sind eher am Beitrag des Doktoranden zum Lehrauftrag des Instituts interessiert, als am Fortschritt der Dissertation. Und ab und zu verstehen sich Doktorand und Mentor schlicht menschlich nicht, oder zerstreiten sich im Lauf des Projekts. Fragen, austauschen, untertauchen: Hilfe aus dem Internet Wenn die Kommunikation ganz zusammengebrochen ist, […]

Grob umrissenes Dissertationsthema: Grober Fehler

13 Januar 2015  |  Geschrieben in Dissertation, Thesis   |  Schreiben Sie einen Kommentar »

Eine präzise Fragestellung für eine größere Arbeit, insbesondere eine Dissertation, kann sich erst dann herauskristallisieren, wenn man sich gut in das Thema eingelesen hat. Da die umfassende Literaturrecherche bereits der erste Arbeitsschritt ist, ist es verlockend, das Thema der Dissertation zunächst offen zu halten. Es wäre ja auch schade, plötzlich über eine Information zu stolpern oder einen Gedankenblitz zu haben, der sich dann nicht verfolgen lässt, weil er sich knapp außerhalb der definierten Forschungsfrage befindet. Zudem ist beim einen oder anderen Absolventen auch noch die schulische „Mindestseitenzahl-Mentalität“ im Hinterkopf und die Furcht vor den vielen weißen Seiten.   Verzettelungsgefahr Ein zu breit gewähltes Dissertationsthema wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht akzeptiert werden, denn mehr oder weniger zufälliges Herumstöbern gehört eben nicht zur wissenschaftlichen Methode. Es geht aber auch darum, den angehenden Doktoranden zu schützen. Hat sich dieser bereits intensiv genug […]